Arbeitszeugnis ohne Dank und gute Wünsche

11. Dezember 2012 11:23

Arbeitszeugnis ohne Dank und gute Wünsche

Man wusste es bereits aus einer früheren Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts: Der Arbeitgeber ist gesetzlich nicht verpflichtet, das Arbeitszeugnis mit Dank und guten Wünschen zu beschließen. Im jetzt entschiedenen Fall hatte der Arbeitgeber also mehr getan, als er gemusst hätte, indem er nämlich - nach einer überdurchschnittlichen Leistungs- und Verhaltensbeurteilung - am Schluss schrieb: „Herr K scheidet zum 28.02.2009 aus betriebsbedingten Gründen aus unserem Unternehmen aus. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute.“ Ein doppelt vergifteter Pfeil: Welcher betriebliche Grund sollte einen Unternehmer dazu veranlassen, sich von einem sehr guten Mitarbeiter zu trennen? Und wieso kein Dank, wenn schon eine Schlussformel verwendet wurde?

Das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 11. Dezember 2012 - 9 AZR 227/11; Pressemitteilung) hat nun klargestellt, dass der Arbeitnehmer nur Entfernung der Schlussformel verlangen kann, wenn sie zu negativ wirkt, nicht aber ihre Änderung. Für den klagenden Arbeitnehmer bleibt danach nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

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